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Schladming

Ab etwa 600 v. Chr. siedelten sich die Kelten vom Stamm der Taurisker im Ennstal an. Zur Zeit der Römer (bis ins 5. Jhdt. n. Chr.) gab es kleinere Siedlungen im Raum Schladming. Belegt ist dies durch den Fund von Römersteinen und durch die Römerstraße (Hochstraße).

Ab dem 6. Jhdt. begannen die Karantanerslawen den Ostalpenraum zu besiedeln. Die slavische Siedlung trug den Namen Slapnica (auch Slaebnich), was übersetzt "Ort an dem das Wasser schnell vorbei fließt" bedeutet.

Im 8. und 9. Jhdt. kam es zwischen Baiern und Slawen im Oberen Ennstal immer wieder zu Kämpfen und es erfolgte die sogenannte 'Bairische Landnahme'.

Die ältesten urkundliche Nennungen des Namens Schladming - in monte Slaevenich - um 1180 erfolgt in einer Schenkung des bayerischen Edelherrn Konrad von Wolfsegg an das Benediktinerstift Admont und an das Salzburger Domkapitel und bezieht sich auf den „Schladmingberg" (Rohrmoos).

Für die Anlage des Ortes war der Bergbau in den Tauerntälern entscheidend. Dieser erfolgte vermutlich schon unter den Kelten und slawische Namen zeugen von einer Fortsetzung im 6. Jhdt. Die Hochblüte des Bergbaues begann im 13. Jahrhundert, abgebaut wurden silberhältige Fahlerze, Bleierze und Kupfererze.

Im Jahre 1285 kaufte Herzog Albrecht I. das Dorf Schladming von den Salzburger Ministerialen von Goldegg und im Jahr 1304 verlieh seine Witwe Königin Elisabeth dem Dorf Rechte, die seine Bewohner den Bürgern anderer Märkte gleichstellten.

Die erste urkundliche Erwähnung Schladmings als Stadt findet sich im Jahre 1322. Das genaue Jahr der Stadterhebung ist nicht überliefert worden. Um diese Zeit dürfte auch die Stadtmauer entstanden sein, um in unmittelbarer Nähe zur Grenze zum Erzbistum Salzburg einen ummauerten Platz zu schaffen.

1408 verfasst Bergrichter Leonhard Egkelzain mit seinen Räten mit dem Schladminger Bergbrief ein exemplarisches Kompendium damals üblicher bergmännischer Rechts- und Verfahrensnormen, welcher in ganz Europa Bedeutung erlangte.

3D-Modell von Schladming im 15. Jhdt. im Stadtmuseum
Schladming um 1500
Stich aus dem Jahr 1681, Georg Matthäus Vischer
Stich aus dem Jahr 1681

Die Forderung nach mehr Rechten und die starke Besteuerung in Verbindung mit reformistischen Weltanschauungen führte 1525 zu einem Bauern- und Knappenaufstand. In diesem Zusammenhang wurde Schladming das Stadtrecht aberkannt und die Stadt schließlich vollständig niedergebrannt.

Schladming war aber als Bergbaustadt wirtschaftlich von so großer Bedeutung, dass es wiederaufgebaut wurde und 1530 erneut die Marktfreiheit bekam.

Um 1570 wurden die Erträge des Bergbaues rückläufig.

1766 bis 1818, Zeit des Abbaues von Kobalterzen in der Neualpe (Zinkwand). Im Jahr 1832 erwarb Johann Rudolf Ritter von Gersdorff die aufgelassenen Kobaltgruben und bis zum Jahr 1876 wurde Nickel abgebaut.

Schladming 1879
Schladming 1879

Am Nachmittag des 30. Juli 1875 fuhr der erste Zug am Bahnhof Schladming ein und der Ort wurde für die Sommerfrische entdeckt und immer mehr Ausgangspunkt für diverse Bergtouren.

1884 lässt Prinz August von Sachsen-Coburg & Gotha ein Jagdschloss, das heutige Rathaus errichten.

Am 29. November 1908 wurde der Rodelclub Schladming in den Wintersportverein Schladming umgewandelt. Das erste Schirennen des WSV Schladming fand am 13. Februar 1910 statt. Die Rennstrecke führte von der Austriahütte bis in das Gelände des Bahnhofes Schladming.

Die erste alpenländische Volksbrauerei wurde am 17. Februar 1909 im Rahmen einer Bürgerversammlung gegründet, am 7. Mai 1910 wurde mit der Erzeugung des Schladminger Biers begonnen.

Durch die Bemühungen des damaligen Bürgermeisters Franz Tutter wurde im Jahr 1925 das Stadtrecht wieder verliehen und Schladming erhielt ein Wappen, den knienden Bergmann.

1953 errichtete Heinz Weichsler auf dem Planaigipfel den ersten Schlepplift und 1972 wurde die 4er Einseilumlaufbahn mit einer Länge von 3.356 Metern und einem zu überwindenden Höhenunterschied von 1.080 Meter auf die Planai in Betrieb genommen.

Franz Klammer gewinnt am 22. Dezember 1973 den Abfahrtslauf, das erste Weltcuprennen in Schladming.

1982 fanden die Alpinen Skiweltmeisterschaften in Schladming und Haus im Ennstal statt und 1993 richtete Schladming die Special Olympics Weltwinterspiele aus.

The Nightrace © Schladming-Dachstein / Jamnig
The Nightrace © Jamnig

Am 30. Jänner 1997 wurde zum ersten Mal ein Weltcup-Nachtslalom - das Nightrace - auf der Planai durchgeführt und bringt so jedes Jahr Ende Jänner bis zu 50. 000 Zuschauer nach Schladming.

Im Jahr 1998 entstand die 4-Berge-Schischaukel Hauser Kaibling, Planai-Hochwurzen und Reiteralm und im Jahr 2001 wurde der Schiverbund Amadé (größter Schiverbund Österreichs) gegründet.

Von 4. bis 17. Februar 2013 fand in Schladming zum 2. Mal die FIS Alpine Schi Weltmeisterschaft statt.

2015 "Schladming wächst" - Rohrmoos-Untertal und Pichl-Preunegg-Mandling werden im Zuge der Steirischen Gemeindestruktur-Reform zu einer Gemeinde zusammengeführt

2017 Austragung der Special Olympics Weltwinterspiele

 

Rohrmoos-Untertal

Der Name Rohrmoos leitet sich von den Moosmatten ab, welche die heute weitgehend verbaute und trockengelegte Hochfläche der Gemeinde bis Mitte des 20. Jahrhunderts bedeckten.

1180 erste urkundliche Erwähnung

Zu den ältesten, urkundlich nachweisbaren Ansiedlungen gehören das heutige Stangllehen (1220), das Anwesen von vlg. Alpsteger, die Neudeggalm, vlg. Auer im Untertal, vlg. Spreitzenberger am Fastenberg, vlg. Rinderbichler am Fastenberg, die Weiße Wand und vlg. Gföller im Untertal (alle 1280). Vom vlg. Seiter und vlg. Stammer berichten Urkunden erstmalig im Jahre 1463.

Reste eines mittelalterlichen Wehrhauses der Burg Säusenstein, sind heute noch neben dem Gasthof Rohrmooser Schlössl zu sehen.

Eine besondere Rolle spielte vermutlich schon seit der Römerzeit der Bergbau. Der hohe Mineralgehalt des kristallinen Gesteins der Niederen Tauern ermöglichte den Abbau von Silber-, Kupfer-, Blei-, und Zinkerzen und später auch zum Nickelabbau. Die Lagerstätten liegen zum Teil in einer Höhe von 2000 Metern, wodurch die Arbeit sehr schwierig und nur durch berggewandte Knappen möglich war.

Das Schaubergwerk Bromriesen, ein ehemaliges Silberbergwerk, und der Wiederaufbau eines Nickel-Schmelzofens, sind heue historische Zeugen jener Epoche.

Im 19. Jahrhundert hat der "steirische Prinz" Erzherzog Johann durch zahlreiche Wanderungen und Gipfelbesteigungen (Hochgolling, Hohe Wildstelle) diese Region, der Niederen Tauern in Bergsteigerkreisen bekannt gemacht.

Im 20. Jahrhundert vollzog in der einst von Landwirtschaft und Bergbau dominierten Gemeinde Rohrmoos-Untertal der Wandel zu einer aufgeschlossenen Fremdenverkehrsregion, in der aber auf regionale Identität nach wie vor größter Wert gelegt wird.

Bis zum 31. Dezember 1954 gab es die eigenständigen Gemeinden Rohrmoss-Obertal und Untertal-Fastenberg. Sie wurden am 1. Januar 1955 aufgrund gleichlautender Gemeinderatsbeschlüsse zur Gemeinde Rohrmoos-Untertal zusammengelegt.

 

Pichl-Preunegg

7. Jhdt. Mandling und Gleiming haben einen slawischen Ursprung, letzteres bedeutet "Schlammbach"

1117 Erwähnung des Pichlmayrhofes in einer Schenkungsurkunde

1287 eine hölzerne Wehranlage wurde in Mandling, unmittelbar an der Grenze zwischen Salzburg und der Steiermark, errichtet

1289 die Holzburg in Mandling wurde am Höhepunkt der Grenzstreitigkeiten zerstört

1295 eine Steinmauer wird als Talsperre errichtet

1297 Die Mandling-Grenze wird von Salzburg, sowie der Steiermark endgültig anerkannt

1677 Ein Grenzstein wurde in Mandling von der Grenzkommission errichtet

1758 Bericht über Abbau von Braunkohle

1792 Die erste Schule wurde in Pichl gebaut

1888 Die Familie Steiner zog nach Mandling, um eine Lodenwalke eröffnen. Aus dieser entstand die heutige Firma "Steiner 1888"

1897 ein extremes Hochwasser richtete großen Schaden an und legte sogar den Zugverkehr lahm

1919 in Mandling wurde eine Schule als Expositur der Volksschule Pichl gegründet

1920 Durch ein weiteres Hochwasser entstanden enorme Schäden, unter anderem wurden alle Brücken zwischen Mandling und Schladming weggerissen

1928 Die Freiwillige Feuerwehr Mandling-Pichl wurde mit Sitz in Mandling gegründet. Im selben Jahr wurde die erste Skihütte auf der Reiteralm gebaut und ein Skiwettbewerb veranstaltet

1952 Die Trachtenmusikkapelle Pichl wurde gegründet

1958 Ein erneutes Unwetter zerstört sieben Brücken Mandling und Schladming

1959 Das Erzherzog Johann-Denkmal wurde an der steirisch-salzburgischen Grenze errichtet. Außerdem wurde in Gleiming der erste Skilift eröffnet

1971 Gründung der Reiteralm Bergbahnen GmbH durch 92 Gesellschafter. In den folgenden Jahren Bau mehrerer Skilifte

1981 ein verheerendes Unwetter zerstörte einen Damm oberhalb von Gleiming, welcher durch eine Mure schwer beschädigt wurde

2001 Die Volksschulen Mandling und Pichl werden auf den Standort Pichl zusammengefastt

2006/07 Die Reiteralm ist Austragungsort von vier alpinen Weltcuprennen

 

Mandling

Der sich aus der kalten und Warmen Mandling nördlich der Ortschaft vereinigende Fluss bildet die Grenze zu beiden Bundesländern und zu beiden Ortschaftsteilen: der westliche Teil gehört zur im Salzburger Pongau liegenden Stadt Radstadt im Ennspongau, der östliche Teil gehört zur Stadt Schladming.

Mandling ist der westlichste Stadtteil von Schladming.

Eine erste Erwähnung der Taferne als Wirtschaftsgebäude des Salzburger Erzstiftes St. Peter findet sich im Jahre 1123. Die Mandling wurde dann im 13. Jhdt. bereits als westlicher Grenzfluss angeführt.

1287 ließ Herzog Albrecht I. die Ennsburg erbauen, von der noch heute Reste zu sehen sind.

1297 wurde im Wiener Frieden die Grenze zwischen der Steiermark und Salzburg von den Salzburger Fürstenbischöfen endgültig anerkannt

Im 16. Jhd. war auf dem Areal der Taferne ein Kupfer- und Schwefelbergbau in Betrieb.

Ein Hochwasser verwüstete 1661 Mandling. Dadurch veränderte sich der Verlauf der Grenze zwischen der Steiermark und Salzburg.

Johann Rudolf Ritter von Gersdorff betrieb in den Schladminger Tauern ab 1832 einen Nickelbergbau. Später errichtete er in Mandling eine Nickelfabrik, die bis 1896 in Betrieb war.

1934 während des Putschversuchs der Nationalsozialisten in Österreich war Mandling-Pichl Schauplatz bewaffneter Auseinandersetzungen

1945 wurde Mandling-Pichl zur englisch-amerikanischen Besatzungsgrenze