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SHORT LETTER KW 21 / SA 27. Mai 2017UNSER PROGRAMM FÜR DIESE WOCHE

 

SA 27. Mai 2017 - 20:00 h

CINEMACLUB

„BONNE NUIT PAPA“ - Dokumentarfilm / Deutschland 2014

Ein Film über Versöhnung, Abschied und Verbundensein. Er dokumentiert Marina Kems Suche nach der Geschichte ihres verstobenen Vaters. Ein Vater, der ihr doppelt fremd war; fremd durch seine kambodschanische Herkunft, fremd in seinem Schweigen.

Prädikat besonders wervoll!

Dr. Ottara Kem hatte nie über seine kambodschanische Herkunft gesprochen. Auf Fragen reagierte er mit Schweigen. Seine Töchter hatten nur eine vage und spekulierte Vorstellung von seiner Vergangenheit. Doch was war das für ein Schweigen? Ein hilfloses? Ein ignorierendes? Ein schützendes oder ein fassungsloses Schweigen? Ohne Worte gewinnt jeder Blick, jedes Stirnrunzeln, Abwinken oder Lächeln an Bedeutung. Wie kann Nichtgesagtes einen Menschen trotzdem prägen? Wie kann sich eine nicht gelebte Kultur trotzdem weitergeben?

Er war 1965 zum Studieren in die DDR gekommen und dort geblieben. Erst auf dem Sterbebett sprach er von seiner Heimat und Familie. Er wünscht sich, in seiner Heimat begraben zu werden.

Die Tochter und Autorin zeichnet das Leben ihres Vaters nach. Sie lässt Zeitzeugen, Briefe und Fotos an seiner Statt sprechen. Dabei gelangt sie immer tiefer in die Geschichte der Ideologiekriege der letzten 50 Jahre und erfährt, wie diese sich auf das Einzelschicksal ausgewirkt haben. Sie lernt aber auch ihre zweite, bisher unbekannte Herkunft und Kultur kennen. Auf der Suche nach dem Leben ihres Vaters findet sie eine neue Familie.

Der Film erhielt das Prädikat „besonders wertvoll“. In der Jurybegründung heißt es, der Regisseurin sei „ein berührendes Portrait ihres Vaters und der Zeit gelungen, das bei allen zwangsläufigen Auslassungen so umfassend wie möglich ist“. Sie erreiche damit „über das Persönliche hinaus eine allgemein gültige, menschliche Dimension, die dem Film seine Qualität gibt“. Der "film-dienst" meinte, „der durchgängige innere Monolog“ unterstreiche „den sehr persönlichen Ansatz der Filmemacherin“. Manfred Riepe von "epd-Film" urteilte, dass Marina Kem „mit ihrer sensiblen Ergründung einer gebrochenen Biografie einen faszinierenden Bogen zwischen West und Ost sowie zwischen zwei Diktaturen“ spanne. Der Film sei „ein kleines filmisches Juwel“

 

Eintritt: Euro 7,- / KFT Mitglieder: Euro 5,-

 

  

Weiterführende Infos: www.klangfilmtheater.at

(c) KFT-Schladming