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SHORT LETTER KW 38 / ab 22. September 2016UNSER PROGRAMM FÜR DIESE WOCHE

2. FILMFESTIVAL im KLANG-FILM-THEATER Schladming

DO, 22. September 2016 - 20:00 Uhr    

"AM STEIN" Dokumentarfilm vom sommerlichen Leben im Hochgebirge - Othmar Schmiderer 1996

2016 feiert dieses Filmdokument, über das bäuerliche Leben um den Dachstein, an der Stätte seiner Uraufführung, sein 20-jähriges Jubiläum. Nur mehr wenige hochgelegene Gebiete im gesamten Alpenbereich können trotz der Eingriffe moderner Freizeitkultur und den Auswüchsen der Naturvermarktung etwas von ihrer Magie bewahren. Eine dieser relativ unzugänglichen Hochflächen – ein periodisches Lebensgebiet am Rande der „Wildnis“ – ist der östliche Dachsteinstock in den nördlichen Kalkalpen. AM STEIN tastet einerseits den verlorenen Mythen – dem Geist bestimmter ausgezeichneter und verschrieener Orte dieses Gebietes nach und befasst sich andererseits konkret mit der realen Lebenswelt einer dortigen Hochalm und ihres Personals – mit den Interessen und Konflikten der Almbauern in einem traditionellen Fremdenverkehrsgebiet. Geomantie – mythische Erzählungen und Widerhall magischer Vorstellungen – werden den Tatsachen der bäuerlichen Arbeitswelt – den Rhythmen und Abläufen des Almsommers – aber auch den Erwartungen und Fantasmen einer Urlaubskultur gegenübergestellt. Scheinbar Vertrautes und Selbstverständliches wird fremd und umgekehrt.

 

FR, 23. September 2016 - 18:00 - 19:45 Uhr    

Kurzfilme 18:00 Uhr: Filme von Lisa Kortschak - DETROIT OVERTURE, 18:15 h: Sarah Linder - ICE ICE BABY, 18:30 h: Stefanie Weberhofer - DIE ELEGANZ IST KEINE ENTE DIE AM TEICH UM BROT BITTET. 19:00 Uhr: Gespräch mit den drei Filmschaffenden „Hoch vom Dachstein an und in die Welt hinaus“

FR, 23. September 2016 - 20:00 Uhr 

"Vielgeliebtes Österreich - Ramsau am Dachstein" von Elfriede Jelinek und Claus Homscha (1976, ORF-Dokumentarfilm, 50 min.)

Der Film kann auch als Ausdruck einer künstlerischen Auseinandersetzung der Literaturnobelpreisträgerin, in ihren Anfängen vor 40 Jahren, mit den Gegebenheiten in der Gemeinde Ramsau, gesehen werden.

Die öffentliche Auseinandersetzung im Jahr 1976 um Ramsau am Dachstein, einen ORF-Dokumentarfilm im Rahmen der Reihe Vielgeliebtes Österreich, zu dem Jelinek nicht das erwünschte Wintertourismus-fördernde Drehbuch, sondern eine kritische, marxistisch fundierte antikapitalistische Analyse schrieb (in der die vom Tourismus Ausgebeuteten im Zentrum standen), zeigt bereits einige der Mechanismen, die für die späteren großen Skandalisierungen von Jelineks Werken typisch werden sollten. Jelineks Tabubruch bestand in der Hinterfragung des Bildes Österreichs als eines heilen Tourismusparadieses, der unversehrten Natur und der gesunden Bergeswelt – also eines Bildes Österreich, das zu Beginn des 20. Jahrhunderts, in der Zeit der fortschreitenden Urbanisierung und Industrialisierung, etabliert wurde, das der Austrofaschismus als Medium der anti-moderne nationalistischen Identitätsstiftung forcierte und das nach 1945 ungebrochen weitertradiert wurde.

 

SA, 24. September 2016 - 18:00 - 19:45 Uhr

"Impressionen rund um den Dachstein"

Filmbeiträge von Helmut Strasser (Impressionen rund um den Dachstein in 4k-Technologie)

Seit 1989 arbeitet Helmut Strasser selbständig als Kreativer für audiovisuelle Medien. In den Achtzigern wurde er bekannt als Akteur und Innovator für neue Schneesportarten. Gründete 1986 den 1. Snowboard-Verband, verfasste den 1. Lehrplan und war federführend bei der Adaption der Beförderungs-Gesetze für Bergbahnen. Zu dieser Zeit entstanden auch die ersten internationalen Fotoreportagen und Sport-Action-Filme. Seitdem gab es unzählige Foto-und Filmproduktionen für Printmedien – und TV. Darunter internationale Dokus und Werbefilme. u.a.: 11 Jahre Foto-Journalist im Bereich Tourismus für den deutschen Burda-Verlag. Als Filmemacher (Story, Regie, Kamera, Stunts) Arbeit an internationalen Action-Werbespots u.a.: Ovomaltine, Mars, F2, Kneissl-Ski, Four Roses Whiskey, Österreich-Tourismus, Salzburg-Land Tourismus, Lech/Zu?rs oder Obertauern. Doku-Filme u.a. in USA (Turn Oil into Salt) und Russland (Snowboard-Perestroika, Kamtschatka,Altay).

SA, 24. September 2016 - 20:00 Uhr

"Schladminger Bergwelten"

„Universum“- Dokumentation Teil 1 - „Von Gipfeln und Gemsen“ - Drehbuch und Regie Franz Hafner „Universum“- Dokumentation Teil 2 - „Zwischen Jahrhunderten & Hundertstelsekunden“ - Drehbuch und Regie Gernot Lercher

Während „Von Gipfeln und Gämsen“, die vielfältige Tierwelt zwischen Dachstein und Niederen Tauern abbildet, stellt „Zwischen Jahrhunderten und Hundertstelsekunden“ den Menschen in der Kulturlandschaft in den Mittelpunkt einer aktuellen Betrachtung. Für das Publikum des 2. Schladminger Filmfestivals ergibt sich die Möglichkeit einer ungemein spannenden Auseinandersetzung, mit den besonderen Gegebenheiten von Landschaft, Leben, Brauchtum und Menschsein an der Südseite des Dachsteins zwischen „Gestern“ und „Heute“.

Die Dokumentation "Schladminger Bergwelten - Zwischen Jahrhunderten und Hundertstelsekunden" präsentiert eine Region, die sich im Lauf ihrer Geschichte zur vielseitigen Kultur- und Tourismuslandschaft entwickelt hat, und beantwortet zwei Schlüsselfragen: Wie haben die Berge den Menschen und wie hat der Mensch die Berge in all der Zeit geprägt?

Vier sehr unterschiedliche Protagonisten bilden deshalb auch die menschlichen "Schnittstellen" zu den entscheidenden Ereignissen in Vergangenheit und Gegenwart im obersteirischen Ennstal: Bodo Hell, der renommierte österreichische Schriftsteller; er lebt in Wien, aber seit fast drei Jahrzehnten verbringt er seine Sommer als Senner auf der Grafenberg-Alm im Dachsteingebiet. Albert Baier, der mehr als 40 Jahre für die Geschicke der Planai-Bahnen verantwortlich war. Albert "Api" Prugger, ein perfekter Bergführer und routinierter Bergretter. Und Günter Jontes, einer der angesehensten Volkskundehistoriker Österreichs. Der Film erzählt von Blüte und Niedergang der Silberbergbaustadt Schladming und von den Zeiten, als das Ennstal noch Bollwerk der Reformation war. Er führt zurück in die Pioniertage des Fremdenverkehrs, als Flüsse reguliert werden mussten, um Schienen legen zu können. Für Eisenbahnen, die es auch Familien aus der Stadt erlaubten, zur Sommerfrische in die Berge zu fahren. Berge, auf denen später Lifte gebaut wurden, um den Grundstein für ein Freizeit- und Kletterparadies im Winter und im Sommer zu legen.

Für den steirischen Regisseur Gernot Lercher war diese Produktion auch ein sehr persönliches Erlebnis: "Mütterlicherseits fließt Schladminger Blut in meinen Adern. Meine Mutter war gebürtige Schladmingerin und war in ihrer Kindheit, Ende der späten 1920er und frühen 1930er - lange vor den ersten Skiliften - begeisterte Skisportlerin und erfolgreich bei Jugendrennen. Bis heute verbinden mich viele Freundschaften mit der Region. So war es mein Ziel, die menschliche Seite einer spektakulären Naturlandschaft zu dokumentieren und einige Geheimnisse zu lüften, die selbst für Schladming-Kenner neu sind."

 

Eintritt: Freiwillige Spende

Weiterführende Infos: www.klangfilmtheater.at

 

Fotos: (c) Helmut Strasser, c) O.Schmiderer, (c)ORF-InterspotFilm-H.P.Steiner, (c) KFT-Schladming